Paris will 100 % fahrradfreundlich werden
Seit einigen Jahren investiert Paris gezielt in den Radverkehr, mit spürbarem Erfolg: Lag der Anteil der Radfahrenden am Modal Split im Jahr 2018 noch bei lediglich drei Prozent, so waren es 2023 bereits elf Prozent. Dieser Anstieg ist das Ergebnis einer konsequenten Strategie, die unter anderem im „Plan Vélo Paris 2021–2026“ verankert ist.
Der Fahrradplan umfasst zahlreiche Maßnahmen, darunter den Ausbau sicherer Radwege, die Errichtung von Fahrradstraßen und die Schaffung von zehntausenden neuen Fahrradabstellplätzen. Ziel ist es, den Radverkehr nicht nur sicherer und komfortabler zu gestalten, sondern ihn als gleichwertige Mobilitätsform im urbanen Raum zu etablieren. Die Änderung der Mobilitätsprioritäten wird auch von den BürgerInnen für gut befunden: Bei einer BürgerInnenbefragung im März 2025 stimmten zwei Drittel der PariserInnen für die weiteren Umgestaltungspläne: Sie sprachen sich für die Schaffung von 500 sogenannten „Gartenstraßen“ und für den Wegfall von rund 10.000 Parkplätzen aus.
Wie wirksam die politischen Maßnahmen tatsächlich sind, wurde in einer aktuellen Studie untersucht. Sie analysiert den Zeitraum von 2018 bis 2023 und bewertet 13 Einzelmaßnahmen, die fünf übergeordneten Kategorien zugeordnet wurden:
(1) gezielte Fahrradpolitik
(2) Restriktionen für motorisierte Fahrzeuge
(3) Einschränkungen für andere Verkehrsmittel
(4) Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität
(5) wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Mithilfe von GPS-basierten Zähldaten und einer Wirkungsanalyse wurde untersucht, wie stark einzelne Maßnahmen zur Veränderung des Radverkehrs beigetragen haben und wie sie im Zusammenspiel mit anderen Faktoren wirken.
Die Ergebnisse der Studie zeigen eine eindeutige Priorisierung: Der Ausbau sicherer und durchgängiger Fahrradwege ist der entscheidende Schlüssel zur Förderung des Radverkehrs. Eine gut ausgebaute Infrastruktur verbessert sowohl die objektive als auch die subjektive Sicherheit und schafft die Grundlage für eine breite Akzeptanz und Nutzung.
Auch die Verfügbarkeit von Fahrradverleihstationen spielt eine wichtige Rolle. Laut einer regionalen Umfrage von Collectif Mobilité aus dem Jahr 2023 nutzen 62 Prozent der Befragten solche Systeme vor allem deshalb, weil sie das Risiko eines Fahrraddiebstahls vermeiden möchten.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist das Angebot hochwertiger und attraktiver Fahrradabstellanlagen. Sind diese grundlegenden Voraussetzungen erfüllt, können ergänzende Maßnahmen die Attraktivität des Radfahrens weiter steigern – etwa durch die Förderung von E-Bikes, die Einrichtung von Begegnungszonen oder die Schaffung zusätzlicher Grünflächen.
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